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30 Firmen nutzen gemeinsam Kopierer und Sekretariat Drucken E-Mail

Arne Löffel, Frankfurter Rundschau 10/2004

Das Technologie- und GründerInnenzentrum in Ginsheim-Gustavsburg bringt zum Teil sehr erfolgreiche Firmengründungen hervor. Drei weibliche Beispiele stellen sich der Öffentlichkeit vor und kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen: Architektur, Journalismus und Grafik.

"Ich schätze am Technologie- und Gründer/innen-Zentrum besonders, dass hier alle irgendwie zusammen ein Team bilden, obwohl es sich doch im Grunde um allein agierende Firmen handelt", sagt Gabi Erdmann (45), Inhaberin und Gründerin von Igel Prodaktschens, einem Büro für Grafikdesign und Illustrationen. Schon seit 1999 ist sie mit ihrem Ein-Frau-Betrieb im Technologie- und GründerInnen-Zentrum (TIGZ) in Ginsheim-Gustavsburg angesiedelt. Der
Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf der Gestaltung von Servietten die sie mit lustigen Comic-Bildern versieht, so Erdmann.

Synergie-Effekte

"Das Know-how habe ich von meiner alten Arbeitsstelle mitgebracht, wo ich mich auf Dauer aber nicht mehr wohl gefühlt habe", berichtet Erdmann. Sie habe zunächst zwei Jahre von zu Hause aus ihr Geschäft als Selbständige betrieben, dann sei sie ins TIGZ eingezogen.
"Die acht Quadratmeter Büro im eigenen Haus waren auf Dauer einfach zu klein", so Erdmann. Da habe asich ein Domizil im TIGZ geradezu angeboten.

"Es ist zudem sehr praktisch hier, dass wir alle gemeinsam Fax, Kopierer und Sekretariat benutzen können", streicht Erdmann einen weiteren Vorteil des TIGZ heraus. Sie profitiere auch vom Wissen der anderen 30 Firmeninhaber und -inhaberinnen. "Wenn ich zum Beispiel ein Problem mit zahlungsunwilligen Kunden habe, dann hätte ich zu Hause niemanden fragen können, was ich jetzt machen soll. Hier stehen einem die anderen Existenzgründer mit Rat und Tat zur Seite, auch die Leitung des TIGZ können wir fragen."

Noch ganz neu im Geschäft, dafür aber nicht minder erfolgreich sind Tanja Huyer, Frauke Nussbeutel und Sabine Haag. Die drei Frauen haben es geschafft binnen kürzester Zeit ein Mainzer Familienmagazin zu etablieren. Kuckuck heißt es und liegt in einer zweimonatlichen Auflage von 10.000 Exemplaren kostenlos an 200 Stellen in Mainz aus. "Wir finanzieren uns nur durch den Verkauf von Anzeigen und haben es geschafft, bereits mit der zweiten Ausgabe unsere Produktionskosten wieder einzuspielen. Wir sind mit dem Magazin voller Tipps für junge Mütter und Väter anscheinend auf eine Marktlücke in Mainz gestoßen", sagt die Mitherausgeberin Nussbaum (36) mit sichtlicher Freude. Sie und ihre Kolleginnen planen, bald in das TIGZ einzuziehen. Die Absprachen hierzu seien schon getroffen.

"Ich finde diesen Firmenstart bemerkenswert", betont Gabriele Fladung, Geschäftsführerin der TIGZ GmbH. Normalerweise seien die ersten beiden Jahre einer Firmengründung durch Schulden und rote Zahlen geprägt. "So schnell wenigstens bei den Produktionskosten eine schwarze Null zu schreiben, ist wirklich eine tolle Sache."

Schon länger im Geschäft ist Brigitta Fiesel. Die Diplom-Ingenieurin gründete im Jahr 2000 ihre Firma cadventure als Ein-Frau-Betrieb. Die Innenarchitektin bietet Dienstleistungen rund um Architektur und Facility Managment an. "Im Jahr 2002 hatte die Branche einen Riesen-Boom, da habe ich auf einen Schlag zwei Leute eingestellt." Heute arbeitet sie mit drei festen und zwei freien Mitarbeitern. "Ich habe hier im Haus expandiert und im Laufe der Zeit neue Räume dazugemietet", so Fiesel.

"Gerade für solche Firmengründungen ist das TIGZ ideal", sagt Fladung. Oftmals sei es schwierig, ein kleines, bezahlbares Büro für einen Ein-Mann-Betrieb auf dem freien Markt zu finden. Deshalb kommen laut Fladung viele Existenzgründer zum TIGZ. Die Geschäftsleitung halte zudem stets Räume vor, damit die Firmen bereits in den ersten Jahren expandieren können. Wenn sich denn Erfolg einstellen sollte.

 
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